Der Lichtdruck

Dieses Druckverfahren wurde 1868 von Josef Albert in München erfunden.
Es handelt sich um ein Flachdruckverfahren, bei dem das Bild nicht in Rasterpunkte zerlegt werden muss, sondern sich durch eine spezielle chemische Behandlung auf der Druckplatte ein Runzelkorn bildet, welches keine regelmäßige Struktur aufweist.Diese winzigen Kornpartikel haben die Eigenschaft, je nach erforderlicher Farbintensität verschieden stark Farbe aufzunehmen. Dadurch erreicht man besonders weiche Übergänge und damit höchste Originaltreue.

Der Arbeitsablauf:

Zunächst werden auf fotografischem Weg für jede erforderliche Farbe Negative im Format des gewünschten Drucks hergestellt ( etwa 7 - 12 ).

Der nächste für die Qualität des fertigen Drucks verantwortliche Schritt ist die Retusche. Hier handelt es sich um das eigentliche Kunsthandwerk, denn die Retusche erfordert höchste Fingerfertigkeit sowie ein außerordentliches Farbgefühl, um die Negativfilme so zu bearbeiten, daß im fertigen Positiv ein Ergebnis erzielt wird, welches den fertigen Druck dem Original am nächsten kommen lässt.

Durch die fertig retuschierten Negative wird nun die lichtempfindliche Druckplatte (für jede Farbe eine) belichtet (daher "Lichtdruck") .
Diese Druckplatte ist ca. 5 mm stark und besteht aus Aluminium. Sie wird mit einer Gelatineschicht überzogen, die lichtempfindliche Chromsalze (Kaliumbichromat) enthält. Nun wird die Platte bei ca 60° C getrocknet. Bei dieser möglichst gleichmäßigen Trocknung reißt die Schicht ganz fein auf, sodaß ein mit freiem Auge nicht sichtbares Runzelkorn entsteht. Dies ist für die Haftfähigkeit der Druckfarbe von großer Bedeutung.

Auf diese lichtempfindlichen Platten werden nun die Negative unter weichem Licht kopiert. Negativ und Druckplatte müssen engen Kontakt haben, um die richtige Schärfe zu erzielen. Zu diesem Zweck wird zwischen Film und Platte ein Vakuum erzeugt, sodaß der normale Luftdruck für den richtigen Andruck ausreicht.

Beim Vorgang des Kopierens, wird durch die Lichteinwirkung jedes einzelne Korn der Platte je nach Lichtmenge (Schwärzung) mehr oder weniger stark gehärtet. Je mehr Licht die Platte trifft, um so härter wird dort die Schicht. In dem der Belichtung folgenden Auswaschvorgang in einem temperierten Wasserbad bleiben die gehärteten Schichtteile erhalten, während die ungehärteten Teile und die restlichen lichtempfindlichen Chromsalze ausgeschwemmt werden. Die gehärteten Stellen der Schicht sind aber nicht gleich hart sondern je nach der Menge des Lichts, das sie getroffen hat, in feinsten Abstufungen von weich bis hart erhalten. Nun werden die Platten mit einer Mischung von Wasser und Glyzerin behandelt. Dadurch nimmt die Schicht je nach Härtung mehr (bei geringerer Härtung) oder weniger (bei starker Härtung) Feuchtigkeit auf. Dabei entsteht das sogenannte Quellrelief.

Jetzt folgt der eigentliche Druckvorgang:
Die Platte wird in die Maschine eingespannt und mit einer fetthaltigen Firnisfarbe eingewalzt. Dabei nehmen die trockeneren Stellen mehr, die feuchteren Stellen weniger Druckfarbe auf, die anschließend auf das Papier übertragen wird. Das Besondere am Lichtdruck liegt gerade darin, daß jedes einzelne Korn so viel Farbe an das Papier abgibt, als seinem Tonwert entspricht und das in einer ungemein zart abgestuften Grauskala. Alle Zwischentöne sind dabei zu erzielen.

Der eigentliche Druckvorgang kann nur sehr langsam erfolgen.
Jedes Blatt wird einzeln auf die große Walze in den "Passer" eingelegt. Wenn diese Walze in ihrer Drehung das Blatt unter sich hat, wird es auf die unterhalb waagrecht hin und her fahrende Alu-Platte angedrückt und nimmt in diesem Moment das Motiv (nur eine Farbe) auf.
Die Sorgfalt bei diesen einzelnen Druckschritten (für jede Farbe einer) führt dazu, dass im Endprodukt keine Farbe verschoben erscheint.
Bei jedem Farbdruck werden nun die einzelnen Farben nacheinander auf das Papier gebracht. Die entsprechende Reihenfolge ist für das Endprodukt von großer Bedeutung und jeweils vorher mit dem Druckerteam festzulegen.
Dem Druckmeister liegt eine sogenannte Farbskala vor, die vorher mit Hilfe von Probedrucken angefertigt wurde. Nun muß er ständig die Ergebnisse des Drucks mit dem jeweiligen Skalenteil vergleichen, da nur eine Übereinstimmung jeder einzelnen Farbe schließlich das gewünschte Endergebnis ermöglicht.

Von jeder Platte können nur etwa 600 - 800 Drucke gemacht werden. Dies entspricht auch etwa einer Tagesleistung. Während moderne Offsetmaschinen schon bis zu 10000 Drucke von 4 Farben pro Stunde erbringen, erscheint diese Menge eher bescheiden. Die damit zu erzielende Qualität und Originaltreue macht den Lichtdruck aber nicht nur kostspielig sondern auch wertvoll, besonders für Faksimile-Wiedergaben wie sie z.B. in den Albertina-Faksimiles vorliegen.

Die verwendeten Druckfarben weisen eine sehr hohe Qualität auf, wodurch es auch nach Jahrzehnten nicht zu einem Ausbleichen des Bildes durch Lichteinwirkung kommt.

Dieses - wie Sie sicher bemerkt haben - sehr aufwendige Druckverfahren ist bei den heutigen Herstellungskosten leider so gut wie unmöglich geworden. Vereinzelt wird es von aktiven Künstlern zur Herstellung ihrer Originalgrafik noch verwendet.

Unsere vorhandenen Lichtdrucke werden, solange der Vorrat reicht, an Interessenten verkauft. Eventuelle Neuauflagen wird es nur mehr in Offset geben.

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