Friedrich Caspar David, Landschaft mit Regenbogen

Friedrich Caspar David

geb. 5. September 1774 in Greifswald - † 7. Mai 1840 in Dresden

Landschaft mit Regenbogen

Weimar, Staatliche Kunstsammlungen - Schloßmuseum

Best.nr: PD 62
Drucktechnik: Tiefdruck (Kupfertiefdruck)
Motivformat: 60,6 x 87,3 cm (HxB)
Blattformat: 72 x 98 cm (HxB)

Beschreibung


Dies ist eines der schönsten Bilder des tiefsinnigsten Landschaftsmalers, den Deutschland sein eigen nennt.

Der Künstler, über dessen Leben die Schwermut ihren Schatten geworfen hat, fand an seiner vaterländischen Insel Rügen reines Glück.
Man weiß, dass er immer wieder an den Küstenfelsen herumkletterte, dem Sturm entgegenlief, regendurchnässt an Gewittern sich entzückte.

Es wird überliefert, dass Friedrich im Angesicht der großartigen Natur vor sich hinsprach; Ausrufe 'wie groß, wie mächtig, wie herrlich', zeugen dafür, welcher Leidenschaft der stille Mann fähig gewesen ist.
Jacques Louis David hat von ihm gesagt: 'Voila un homme, qui a decouvert la tragedie du paysage. '

Die Regieanmerkung Schillers zu Beginn des 'Tell':
'Wolkenschatten laufen über die Bühne' gilt auch für das Drama dieser Rügenlandschaft.

Nur dass die Sonne durch die Wolken nicht eines kommenden, sondern eines abziehenden Gewitters bricht.
Es ist eine Sonne des späten Nachmittags, die stark und ungeheuer raumschaffend das Belichtete wie aus altem Gold hervortreibt.

Das Bild ist miniaturhaft genau gemalt (und übrigens wunderbar erhalten), trotzdem vermittelt es eine Weite und Tiefe wie ein riesiges Fresko.

Immer wieder wird der Blick, der mit dem des Schäfers über den Eichbaum drüben, das Gehöft, über die Wiesen, die Inseln gleitet, dem blauen Horizont, und das heißt der irdischen Unendlichkeit, nachsinnen.

Die Salzluft ist zu spüren, die draußen die weiße Wellenschrift einritzt, und die Segel blitzen wie Signale eines nie abreißenden und nie zu erfüllenden Abenteuers der Ferne auf.
Der Weg dorthin führt über den Regenbogen, von der Erde durch den Himmel in die Phantasie.

Dass die Natur so leibhaftig ergriffen wird, in dem kleinsten Stück ihrer Malerei - und seien es nur die lachsrosa Kniebänder des Schäfers, das silbrige Grün der Weiden, die Leiter am Stroh-dach, das Geäst des toten Baums, das Perlmutt in den Wolken - und dass trotzdem das getreue Bild der Natur eine Welt des Gefühls eröffnet, darauf beruht Caspar David Friedrichs unvergleichliche Kunst.


Quelle : Katalog „Die Piperdrucke“, 1956 ,
Text von Benno Reifenberg

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