Pollaiuolo Antonio - auch Veneziano, Mädchenbildnis

Pollaiuolo Antonio - auch Veneziano

geb. 1431 in Florenz - † 4. Februar 1498 in Rom

Mädchenbildnis

Größe des Originals: 51 x 35 (HxB)

Berlin, Staatl.Museen Preuß. Kulturbesitz - Gemäldegalerie

Best.nr: PD 26
Drucktechnik: Tiefdruck (Kupfertiefdruck)
Motivformat: 51,3 x 34 cm (HxB)
Blattformat: 66,9 x 47 cm (HxB)

Beschreibung

Man weiß von diesem florentinischen Maler, der in der zweiten Hälfte des XV.Jahr-hunderts gestorben ist, nicht allzu viel; zwei, drei Altarbilder werden ihm zugeschrieben und eben jene Bildnisse hellhaariger Frauen, unter denen das vorliegende - aus dem Berliner Museum - den größten Ruhm, ja eine gewisse Popularität geerntet hat. Hierzu hat wohl vor allem die Reinheit des Umrisses seine Wirkung getan;
in der Tat, vor dem milden Blau des Himmels steigt dieses Mädchenhaupt blütenhaft empor. Die Pracht des Brokatkleides mit dem grünroten Muster auf weißem Grund und dem bordeauxroten, goldschimmernden Ärmel sucht zwar ihresgleichen, aber der Blick wird immer wieder von der kühlen Linie dieses Halses gebannt sein, der aus dem knappanliegenden Gewand nackt aufragt.
Ja, man möchte sagen, auch das Gesicht selber sei entblößt, es bietet sich, mit kaum merklichen Brauen, dem straff aus Nacken und Stirn zurück-gebundenen Haar in einer stolzen Schleierlosigkeit dem Beschauer dar.
Trotzdem ver-birgt dieses Mädchen aus Florenz vieles, seine Eigenart, sein individuelles Wesen gibt es nicht auf den ersten Blick preis, es bewahrt durch die Jahrhunderte hindurch hinter blaugrauen Augen sein Geheimnis. Wer will diesen Mund, das Näschen deuten, diese Mischung von Scheu und Hochmut, so träumendes Auge und so wache Lippen.
Der Reiz, den das Porträt immer wieder ausübt, rührt daher, daß in ihm Sprödigkeit und Anmut den Bund eingegangen sind. Es ist eine durchgeistigte Luft, die um das Mädchen weht.
Das „feierliche XV.Jahrhundert' von Florenz kam einem Erwachen der Mensch-heit gleich: sie entdeckte, lernte, Wissenschaft und Kunst ergänzten sich, die Mathema-tiker halfen den Malern, damals ergründet man die Perspektive, gerade hatte man an-gefangen mit (Ölfarben umzugehen, die Welt lag als eine unfaßlich große, erhabene Auf-gabe da; selbst die Schönheit ließ sich studieren. So ist das Mädchen aus Florenz vom Maler betrachtet und dargestellt worden.
Was es empfindet, das zieht, gleich den hauch-dünnen Wolken an dem hohen Himmel, durch die schweigende Seele.

Quelle : Katalog „Die Piperdrucke“, 1956 ,
Text von Benno Reifenberg

Verfügbarkeit: Auf Lager

39,00 €
Shop-Umsetzung und Suchmaschinenoptimierung von Web-Direct - Agentur für Marketing & E-Commerce