Dürer Albrecht, Madonna mit den Tieren

Dürer Albrecht

geb. 21. Mai 1471 in Nürnberg - † 6. April 1528 in Nürnberg

Madonna mit den Tieren

Dies ist ein Albertina-Facsimile

Best.nr: D 9
Drucktechnik: Lichtdruck
Motivformat: 31,9 x 24,3 cm (HxB)
Blattformat: 43,1 x 34,4 cm (HxB)

Beschreibung

Die Mutter Maria mit dem Christkindlein bildet eine köstliche Gruppe der Verkörperung seligsten Mutterglückes. Sie trägt den Schutzmantel und auf dem Haupt das Velum. Der Stolz der begnadeten Mutterschaft spiegelt sich in ihrer aufrechten Haltung und ihrem königlichen Lächeln. Sie hält ein Buch, ihr Attribut. Vom Gipfel des Berges herab, auf dem die Hirten die Botschaft des Engels empfangen, senkt sich eine Wolke (wichtige Glaubensaussage : je mehr Wolken - manchmal stürmende Wolkenmassen - abgebildet sind, um so stärker soll damit ausgedrückt werden: Hier spricht Gott der Herr.) so tief auf einen Eichbaum, daß dieser zum Gabelkreuz wird, einem mittelalterlichen Trinitätszeichen, das hier zugleich das Kreuz Christi bedeutet. Der Baum steht genau über dem Jesuskind. Wie stark den Künstler das Geheimnis der Trinität beschäftigt hat und wie das Mysterium auch im unsichtbaren Aufriß (s.u.) geometrischen Ausdruck gefunden hat, zeigt sich in folgendem :


Auf dem Türschloß der Mühle ist das älteste Dreifaltigkeitszeichen Y deutlich erkennbar, das sich auch in der Darstellung des Eichbaums zeigt. Ein oft angewandtes Trinitätszeichen war auch die Erdbeere. Das Christkind hat ein Erdbeerpflänzchen so auffällig im Händchen, daß das Fingerchen in gerader Linie zum Türschloß hinweist, während das Erdbeerpflänzchen geradlinig zum Kreuz-Baum aufzeigt. Normalerweise wird kein Kind eine Pflanze in dieser Weise festhalten, es hielte vielmehr den Stengel mit dem Fäustchen und zeigte seiner Mutter, was es da Schönes hat. Ein gleichseitiges Dreieck würde fast genau mit den Spitzen auf Erdbeere, Türschloß und Eiche treffen. :


Am Baumstamm strebt ein Böckchen hoch, das Sinnbild der Erlösung durch Christus.


Die Pfingstrose, die „Rose ohne Dornen“, die paionia (griechisch „die Retterin“) war schon im Altertum der Athene Parthenos, der jungfräulichen Göttin, als Attribut beigegeben. Die Iris (Schwertlilie), welche den Frieden zwischen Gott und der Menschheit bedeutet, sowie die heilkräftige Malve, das Zeichen der Vergebung, blühen zu beiden Seiten der Mutter Maria. Links von ihr am Pflock, der den wichtigen Mann bedeutet, sitzt der Papagei, der „Ave“ sagen kann, der Specht, der unaufhörlich klopfende „Gebetsvogel“. Auf der anderen Seite verbergen sich Eule und Käuzchen, Symbole der ungläubigen Völker. Das Bologneserhündchen zu Füßen Marias, das Symbol des treuen Predigers, scheint sich mit dem roten Hirschkäfer, dem Teufelstier, in der linken unteren Ecke zu befreunden, und der angekettete Fuchs, der gefesselte Satan, hat Neigung, sich den beiden zu nähern. Vor dem Fuchs krabbelt der Hornschröter, der Donar-Käfer, im Hegau „Donnerguggi“ genannt. Sonst aber ist kein Symboltier mit negativer Bedeutung zu sehen. :

Die Vögel versinnbildlichen Himmelssehnsucht; Schnecke, Libelle,

Schmetterling, Heuschrecke und Krabbe, die ihre Gestalt wandeln, sind Symbole der Auferstehung. Die Schwäne rechts im Bild deuten auf Jesu Todesnot; und vor Joseph steht der Storch, der „gerechte Vogel“.


Im Hintergrund werden Getreidelasten zur Mühle getragen, ein Sinmnbild des heiligen Abendmahls. Die verschlossene Tür vor der Mühle deutet auf Mariens Jungfrauenschaft, ebenso auch der umzäunte Garten, das Paradies (paradeisos = umzäunter Bezirk).



Aus der Ferne naht sich der Zug der huldigenden Weisen, und hoch über ihnen türmt sich das zinnenreiche Jerusalem mit dem Hügel von Golgatha. Rechts oben ragt hoch der „geistliche Fels“, ein Sinnbild Christi. Am Himmel aber strahlt, gleichsam als Überschrift, der Morgenstern in der Morgenröte, zwiefaches Sinnbild der Maria.



(Aus der „Symbol-Fibel“ von Klementine Lipfert, Kassel 1955)

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