Altdorfer Albrecht, Maria mit dem Kinde in der Glorie

Altdorfer Albrecht

geb. um 1480 wahrscheinlich in Altdorf bei Landshut - † 12. Februar 1538 in Regensburg

Maria mit dem Kinde in der Glorie

Alte Pinakothek, München

Best.nr: PD 163
Drucktechnik: Lichtdruck
Motivformat: 65,1 x 42,3 cm (HxB)
Blattformat: 80 x 55 cm (HxB)

Beschreibung

Mit dunklen Wäldern, schweigendem See, ernstem Gotteshaus liegt die Erde im traumhaften Sonnenuntergangslicht.
Da erhebt Altdorfer, der bayerische Maler aus dem Regensburgischen, der wie kaum ein anderer zuvor sich in die Landschaft versenken konnte, die Augen und erlebt frommen Herzens eine Vision, die irdische und himmlische Elemente vereinigt:
Dicht über ihm wühlt ein gewaltiges Gebilde mit phantastischen Wogen, mit geisterhaft grauem Randgekräusel.

Dann besänftigt sich das Schäumen, ein Wolkenthron formt sich für Maria und Kind, und ernsthaft emsige Engel wagen aus dem Luftmeer hervorzutauchen und die rührenden hellen Füße der Madonna liebkosend zu umschwimmen.
Darüber beginnt es zu schimmern und zu jubilieren, von Lichtfunken durchflimmert öffnen ganze Orchester der Engel eine flammende Unendlichkeit.
Aller Rauch und Schatten entweicht zu den äußersten Regionen.

Das Firmament aber scheint zum ewigen Morgen geboren und beginnt zu klingen:
von goldenen Saiten, tieforgelnden und zwitschernden Stimmen der seligen Chöre.
Inmitten zeigt die Madonna das Kind, das sie auf ihrem linken leise zur Seite geschobenen Knie trägt und hält.
Das Kind hebt die Rechte so, dass der Segen zugleich kindlicher Gruß bleibt.

Das von Sonnenwärme gesund strahlende Körperchen ist von einem Hemd umhüllt, durchsichtig wie Libellenflügel;
das Knäblein greift unbewusst spielend in die rote Kette, die vom Handgelenk der Mutter gleitet.
Mariens Scheitel verbindet in gleicher Neigung wie das Kinderköpfchen über des Knaben Schulter bis zu den Fingerspitzen seiner linken Hand ein einziger beglückender Linienfluß.

Die mädchenhaft runden Wangen der Mutter sind so sanft gebräunt wie die Haut des Knaben, beide sind im verwandten Lächeln einander nahe, wie eben erwachend spielt es um die Mundwinkel des Kindes, reizend mild leuchtet es in den Augen Mariens. Ihre Haube mit dem Stirnschleier gleicht dem durchsichtigen Kinderhemd.
In ihrer Schulterhöhe, um die Köpfe des seligen Paares entsteht ein sprühender Kreis.

Da, aus der höchsten Höhe, von fröhlichen, windbewegten Wolkensäumen her stürzen eifrig zwei Himmelsbürschlein hinab, dass die roten Hemdchen, die blauen Bänder nur so flattern.
Sie halten die Krone, die juwelenschwere Krone zu Häupten der Madonna.

Nun geschieht nichts mehr, tief liegt die Erde der Menschen, weithin verklingt das himmlische Lichtgetöse, und still verweilt die Gottesmutter in Sanftmut, Unschuld und Vollkommenheit und erfüllt so die schönste Glorie.

Quelle : Katalog „Die Piperdrucke“, 1956 ,
Text von Benno Reifenberg

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